Scheinbar entwickele ich mich zu einer „Fast-Monogam“-Strickerin, denn ich nadelte beinahe ausschließlich an diesem Projekt. Es ist wieder eine Anleitung von Svetlana Volkova und heißt Azure Cardigan (Link zu Ravelry). Ich wandelte die im Original ärmellose Baumwollweste mit nur einem Knopf oben zu einer durchgeknöpften wolligwarmen und langärmeligen Jacke um. Aber damit war ich nicht die Erste, eine andere Strickerin brachte mich erst auf die Idee dazu. Ich mag Svetlanas Anleitungen. Sie sind kurz und knackig gehalten und umfassen viele Größen. Was ja nicht immer einfach ist und bei manchen Mustern auch keinen Sinn macht.

Weil ich meistens nur ein oder zwei Knäulchen eines Garnes erwerbe, muss ich für größere Projekte unterschiedliche Qualitäten gemeinsam verarbeiten. Hier sind es Wolle, Yak, Mohair und Alpaka, die letzten beiden jeweils mit Seide. Auch die Farben sind daher ein Mix. Aber ich bleibe ja häufig im selben Farbschema: grau bzw. schwarz und diverse Violetttöne. Ich strickte hier immer zweifädig, ein Faden flauschiges Mohair oder Alpaka mit einem Faden des glatten Wollgarnes.
Nach dem Fotoshooting nähte ich noch drei weitere Knöpfe an. Denn ich strickte die gesamte Blende mit Knopflöchern. In sehr großen Abständen, weil ich es zwischendurch glatt vergaß. Ich war so im Strickflow, dass es plötzlich mehr Reihen waren, als geplant. Macht nichts, es ist ok und ich kann die Jacke zuknöpfen und über einem Shirt wie einen Pullover tragen. Was ich auch schon tat – herrlich kuschelig und warm ist sie! Übrigens habe ich etwas Neues gelernt (ich weiß nur nicht mehr, wo): die Knöpfe nicht direkt an die Blende nähen, sondern einen kleinen Knopf von der Blendenrückseite gegen nähen. So ist weniger Zug auf dem Gestrick.

Meine Garne sind: Yak von Zitron (70 % Merino, 30 % Yak, LL 500 m/100 g) in violett und grau. Im oberen Bereich als Zweitfaden die Superkid Seta von Lana Grossa (65 % Mohair, 35 % Seide, LL 100 m/25 g). Davon hatte ich zwei Knäule in grau und die sind beide verbraucht. Daher wählte ich für die Ärmel ein feines, ebenfalls graues Silkhair, auch von Lana Grossa (70 % Mohair, 30 % Seide, LL 210 m/25 g) zusammen mit dem violetten Yak. Im unteren Teil ist dasselbe Yak mit einem handgefärbten Alpaka-Seide-Mix verarbeitet (65 % Suri Alpaka/35 % Seide, LL 400 m/50 g). Nun ist noch etwas Yak in grau und Alpaka in violett übrig und die werden zu einem kleinen Tuch verstrickt. Das kann bei Bedarf den Hals wärmen, weil die Jacke ohne Kragen ist. Die Handfärberin ist nicht mehr aktiv, daher keine Angabe.
Die kleine Häkelborte an den Ärmeln habe ich später in violett auch um den Ausschnitt gearbeitet. So etwas rundet das Ganze für mich ab und gleichzeitig wird der obere Jackenrand fester und kann nicht ausleiern. Ich liebe meine neue Jacke! ![]()

Das hier bleibt: solange der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine andauert, verweise ich für Spendenwillige auf die “Aktion Deutschland hilft”: klick
