Naturfarben….

… sind ja nicht ganz einfach. Die Wolle muß gebeizt werden, damit sie die Farben überhaupt annimmt und man braucht genügend färbendes Material. Das man wirklich reichlich Pflanzenmaterial benötigt, habe ich nun gelernt – und vergesse es hoffentlich nicht so schnell 🙂
Dies ist eine längere Geschichte, was ja nicht jeder lesen mag, deshalb erst einmal das Foto:
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In meinen Vorräten befand sich eine kleine Menge Rotholz. Also eine Kaltbeize angerührt (und gnadenlos die Weinsäure durch Zitronensäure ersetzt – ich gehe einfach davon aus, dass man früher keine Zitronensäure kannte und nur deshalb Weinsäure verwendete 8) ), die Wolle eingelegt, das Rotholz in Wasser eingeweicht und nach einigen Tagen ausgekocht.
Nun die Wolle aus der Beize genommen und in einen Topf mit Wasser gelegt und den abgefilterten Rotholzsud zugefügt. Tja, der Sud war herrlich weinrot, wurde aber durch die starke Verdünnung zu einem blassen Orange! Leicht erschrocken stellte ich trotzdem alles auf den Herd, dabei grübelnd, was ich nun machen könnte…
Wer mich kennt weiß, das orange so gar nicht meine Farbe ist. Lila, rosa, schwarz – in allen Variationen, gerne auch ein wenig blau und grün. Aber kein orange! Meine Blicke schweiften durch den Raum und fielen auf die Säurefarben. Die Lebensmittelfarbe in blau (Indigotin) geschnappt und in den Topf getröpfelt, damit ein Muster entsteht. Ähm, nun sah es noch schlimmer aus – hellorange mit dunkelblauen Tupfen -ärks-
Während die Wolle im Topf weiter garte (nein, kein kochendes Wasser, ich nehme sogar ein Thermometer, damit ich bei 70 – 80° C bleibe), griff ich zu den Pigmenten. Und dann fiel mir ein, dass ich noch angerührte Pigment (Purple mit Indigotin) habe. Also das Glas genommen und beherzt alles in den Topf gekippt, gut umgerührt, die Heizplatte abgeschaltet und den Raum verlassen.

Einige Stunden durfte die Wolle in dem Sud abkühlen, wurde dann ausgespült (das Wasser blieb klar, auch im Topf war kaum Farbe) und konnte über Nacht trocknen.
Das Ergebnis gefällt mir ganz gut. Man sieht noch ein bisschen helles orange und dunkelblau.
Und da ich inzwischen von einem lieben Menschen einen Beutel Rotholz erhalten habe, steht einem neuen Versuch – mit mehr Farbe! – nichts im Wege 😀 Allerdings geht mir langsam die Wolle aus und ich will, will, will keine nachkaufen!!

Und zur Belohnung für meine tapferen Leser jetzt noch ein Rosenfoto:

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1 Antwort zu Naturfarben….

  1. Diabolo sagt:

    Nönö, brauchte bei der tollen lebendigen Schilderung nicht tapfer sein 🙂 – habe das Rosenfoto aber trotzdem genossen…

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