Kreativprojekt Nummer Dreiundvierzig Pflegebalsam


Ein Jahr lang (mein 10. Blogjahr!)  zeige ich jeden Donnerstag ein Kreativprojekt – mal gemixt, mal gekocht, mal gestrickt und noch viel mehr. Ende ist im November 2019

Heute mal wieder ein Kosmetikprodukt. Smile Dieser Balsam ist für die abendliche Gesichts- und Dekolletépflege wunderbar geeignet. Nach der Reinigung ein wenig Feuchtigkeit (Gesichtswasser, Feuchtigkeitsserum, Hydrolat….) auf die Haut und darüber kommt dann ein Hauch vom Pflegebalsam. Der Duft nach Rosen hüllt mich ein und ich finde schneller in den Schlaf. Natürlich ist dazu auch äth. Lavendelöl prädestiniert, das ist schließlich der Klassiker zum einschlafen.  Aber mir war nach rosigem….


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Zuerst die Zutaten im einzelnen:

Wollwachs (=Lanolin anhydrit) ist für mich die ideale Pflege für die – äh, reife Haut. Be right back Für mich selbst durch nichts zu ersetzen, aber andere schwören auf Avocadin o.ä. Davon braucht man aber weniger und kann dann mit einem Pflanzenöl die Differenz ergänzen.

Wildrosenöl/Hagebuttenkernöl – setze ich nur abends ein, weil das Zeug nicht sonnenstabil ist! Hilft bei der Hauterneuerung. Details bitte bei Heike Käser nachlesen: klick zu Olionatura

Squalan – ist eine ganz leichte Ölkomponente und ich wollte unbedingt etwas schnell spreitendes im Balsam haben. Könnte man bedingt durch  Kokos- oder Babassuöl ersetzen.

Sheabutter – hat einen geradezu sagenhaften Ruf als Hautpflege, gehört also zwingend auch in dieses Produkt. Hier nahm ich die “klassische” Shea paradoxa, aber in raffinierter Form, weil geruchsneutral.

Mandelöl – sanft, mild, pflegend. Das kann man beliebig austauschen gegen jedes pflanzliche Öl – was einem eben gefällt bzw. in der Kosmetikküche steht. Nur sollte das Öl vom Duft her zurückhaltend sein. So sehr ich grünes Avocadoöl liebe –  hier ist es fehl am Platz.

Ceralan/weißes Bienenwachs – mir war ein duftneutrales Wachs wichtig, damit die Rosengeranie sich voll entfalten kann. Ersetzbar durch jedes andere nichtduftende Wachs wie z.B. Carnauba. Wobei man die Menge anpassen muss (Stichwort “Gelierprobe”). Carnauba ist härter als Bienenwachs, der Schmelzpunkt liegt höher, davon braucht man also weniger.

Die ätherischen Öle bestehen aus Kopf-, Herz- und Basisnoten. Die Kopfnote ist der frische Rosmarin, das Herz besteht aus Rosengeranie und Palmarosa und die Basis ist Benzoe. Wer nur ein einziges äth. Öl einsetzen möchte, kann natürlich auf Rosenöl zurückgreifen. Das ist sehr teuer, aber der Duft ist einfach umwerfend! Davon benötigt man nur wenig, vielleicht zwei Tropfen, weil es sehr intensiv ist.


Zubehör:

  • Topf/Pfanne für das Wasserbad
  • altes sauberes Marmeladenglas oder Becherglas zum schmelzen der Fette
  • Cremetöpfchen aus Glas oder Porzellan (ich möchte hier kein Plastik verwenden, weil ich die äth. Öle zuerst pur ins Töpfchen tropfe. Plastik wird davon angegriffen)
  • Löffel oder Spatel aus Edelstahl
  • Waage


Und nun das Rezept:


Rosenbalsam:

  • 10 g Wildrosenöl
  • 8 g Wollwachs
  • 8 g Mandelöl
  • 6 g Sheabutter
  • 6 g Ceralan
  • 4 g Squalan


rosige Duftmischung:

  • 1 Tropfen Benzoe siam
  • 2 Tropfen Rosmarin
  • 1 Tropfen Palmarosa
  • 2 Tropfen Rosengeranie

Diese Mischung kann man schon einige Tage vorher ansetzen und reifen lassen. Muss man aber nicht. Smile Oder man mischt in einem Fläschchen gleich eine größere Menge an und nimmt davon einige Tropfen. So kann man eine ganze Serie an unterschiedlichen Produkten mit demselben Duft gestalten.

Herstellung:

Bis auf das Wildrosenöl alle Fette zusammen im Wasserbad schmelzen lassen. Dann das Hagebuttenkernöl dazu geben, evtl. kurz warten, bis die Mischung wieder klar ist, aus dem Wasserbad nehmen und ein paar Minuten abkühlen lassen. Die Duftmischung in ein Cremedöschen aus Glas oder Porzellan tropfen, den noch flüssigen Balsam darauf gießen und jetzt fleißig mit einem Spatel oder Löffelstiel umrühren. Nach kurzer Zeit zieht der Balsam an und wird cremig. Nun im offenen Glas völlig auskühlen lassen und erst dann den Deckel aufschrauben, damit sich kein Kondenswasser absetzen kann. 

Das man alle Gerätschaften – das Glas, in das die Fette gewogen werden, die Dose samt Deckel für das Endprodukt, den Löffel/Spatel etc. – vor Gebrauch desinfiziert, erwähne ich nicht extra. Sollte ich aber vielleicht? Thinking smile

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Und noch ein wenig Info zur Feuchtigkeit unter dem Balsam: reines Fett wird von der Haut oft nicht so gut vertragen. Das kann man mal machen, aber auf Dauer führt das meistens zu sog. Pergamenthaut. Also gibt man erst Feuchtigkeit auf die Haut, darüber dann den Balsam oder auch ein paar Tropfen eines Öles, einer Ölmischung.

Am einfachsten ist, wenn man ein Hydrolat aufsprüht. Oder das Gesichtswasser großzügig aufträgt. Oder man mixt sich eine Ampulle, ein Feuchtigkeitsserum selber. Mit Hyaluron oder ohne, wie man mag.

Ich rühre so etwas “aus dem Handgelenk”, daher kann ich kein richtiges Rezept liefern. Aber als Idee:

  • 30 g dest. Wasser/Hydrolat/kalziumarmes Mineralwasser
  • 1,5 g Glyzerin
  • 4 g alkoholische Pflanzentinktur (gleichzeitig die Konservierung)
  • 0,6 g Ectoin
  • 0,6 g Panthenol
  • evtl. 1 Msp. Cosphaderm oder Xanthan transparent (Gelbildner)
  • evtl. eine Msp. Hyaluronsäure (hochmolekulare dickt die Flüssigkeit an und bildet einen zarten Film auf der Haut, der die Feuchtigkeit hält, niedermolekulare dringt tiefer in die Haut ein – aber bitte keine Wunder erwarten!)
  • evtl. 1 Tr. äth. Öl, z.B. Lavendel oder Weihrauch

Die Messerspitzen sind natürlich nicht genau – wieviel
ist es wirklich? – aber meine Waage zeigt nur eine Nachkommastelle und ich bin mit
den ganzen Pulvern sehr zurückhaltend, weil ich lieber ein flüssiges Serum habe
als “Rübbelchen” vom Gelbildner. Who me?

Wasser erst abkochen, inzwischen den Gelbildner/die
Hyaluronsäure mit dem Glyzerin verrühren und das äth. Öl in der Tinktur lösen. In das abgekühlte Wasser alle weiteren
Zutaten geben, alles gut mischen und in eine Flasche abfüllen. Soll es ein Gel werden, ist
ein Pipettenaufsatz praktisch. Für eine wässrige Flüssigkeit bietet sich ein
Sprüher an. Die Hysäure braucht meistens einige Stunden, bis sie sich komplett aufgelöst
hat.

Wirkstoffe kann man nach Belieben und Bedarf austauschen, mit der Menge
aber nicht übertreiben. Winking smile





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